überzeugen, das zu ändern. Denn im Ernst, die Hürde besteht ja häufig darin, bei den Leuten überhaupt ein Bewusstsein zu schaffen, dass sie etwas falsch machen, dass sie mit ihrem Verhalten dem Hund nichts Gutes tun. Bedeutet: Es ist fast nie DER Problemhund, sondern der Mensch, der seine Einstellungen und Verhaltensweisen überdenken und verändern muss. Aktuell bist du mit deiner Live-Tour „DER WILL NUR SPIELEN!“ unterwegs. Worauf darf sich das Publikum freuen? Auf eine schöne Mischung aus Information und Unterhaltung. Ich halte den Leuten vor Augen, an welchem Ende der Leine das Problem wirklich liegt, natürlich zum Leidwesen der Menschen (schmunzelt). Gemeinsam machen wir in „DER WILL NUR SPIELEN!“ so einen kleinen Abriss der letzten mehr als 25 Jahre, in denen ich jetzt als Hundetrainer arbeite. Denn als ich angefangen Hund und Herrchen werden sich im Laufe der Zeit immer ähnlicher. Ich glaube, dass man sich tatsächlich manchmal charakterlich annähert, das ist ein natürlicher Anpassungsprozess. Nimm mich und meine damalige Hündin Mina. Ich habe immer gesagt, sie wird mit zunehmendem Alter intelligenter. Meine Kinder erwiderten dann: „Sie wird verfressener.“ Alte Hunde kann man nicht mehr erziehen. Das ist falsch! Grundsätzlich beginnt die Erziehung des Hundes ab dem Zeitpunkt, wenn er bei seinen neuen HalterInnen lebt. Dabei spielt es keine Rolle, wie alt der Hund ist. Lediglich die Dauer der Trainingseinheiten sollte angepasst werden. Wenn der Hund mit dem Schwanz wedelt, freut er sich. Diese Annahme ist ein absoluter Klassiker (schmunzelt). Wir haben vor ein paar Jahren mal 2.000 HundehalterInnen gefragt, was es zu bedeuten hat. 1.500 haben gesagt: Wenn der Hund mit dem Schwanz wedelt, freut er sich. Das ist aber falsch. Das Schwanzwedeln zeigt nur, dass der Hund aufgeregt ist – er kann aber auch aggressiv aufgeregt sein. Wenn beispielsweise ein Dackel ein Mäuseloch ausbuddelt, wedelt die Rute wie verrückt. Aber ich verspreche: Er wird nicht freundlich zu der Maus sein! Bei dem Anspringen zur Begrüßung ist es das Gleiche. Das wird so gut wie immer als Freude des Hundes gewertet. In den wenigsten Fällen ist es aber freundlich gemeint, sondern viel häufiger als Korrektur am Menschen, der den Hund nicht mit nach draußen genommen hat. WAS FÄLLT DIR ZU DEN DREI FOLGENDEN PHRASEN EIN? habe, war ich ein Exot. Da sind die Leute noch mit einem Kettenhalsband über den Hundeplatz gerannt und haben „Platz!“ geschrien und der Hund sollte sich hinschmeißen. Dann kam ich und habe gesagt: „Ja, aber warum eigentlich? Also es macht ja überhaupt keinen Sinn.“ Ich bin zu Hausbesuchen gefahren, habe die Leute da unterstützt, wo sie Probleme haben. Heute ist es ja so: Wenn HundehalterInnen spazieren gehen und eine Runde um den Block laufen, sehen sie oftmals aus, als würden sie auswandern (lacht). Sie haben eine Literflasche Wasser für den Hund dabei, eine Wärmedecke, einen dicken Mantel, sie haben zwei verschiedene Leinen, drei Spielzeuge, einen Klicker und einen Tracker, falls der Hund verloren geht. Sie haben einfach alles dabei. Und als ich angefangen habe, da ist der Opa mit dem Dackel zum Kiosk gegangen, hat sich eine Fricko reingefeuert, mit dem Hund geteilt, eine Flasche Bier getrunken und ist wieder nach Hause gegangen. Martin Rütter live on Stage: Derzeit tourt der Hundeprofi mit seinem Bühnenprogramm „DER WILL NUR SPIELEN!“ durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Tickets für die Tour gibt es hier:
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